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Als Zeichnerin bin ich Erzählerin.
Wenn ich auf die Straße gehe, finde ich eine großartige Alltagsinszenierung voller Individuen, Ereignissen und Eigentümlichkeiten. Die Portraits, die ich zeichne nähren sich aus diesen Beobachtungen. Es sind Charakterstudien von Zeitgenossen, die ich umso liebevoller behandle, je weiter sie vom allgemeinen Schönheitsideal abweichen.
Eine andere Werkreihe sind die "Springpoems", erotische Geschichten basierend auf dem Mythos einer ewig wiederkehrenden Frühlingsgöttin, deren Liebesakt mit dem sie erweckenden "Stier" sich allerdings in unserer Zeit vollzieht: in der U-Bahn, im Club ... Meine unterschiedlichen Interessen und Themen fordern die Entwicklung eines immer neuen formalen Zugangs: Manche Geschichten lassen sich in einem einzigen Bild erzählen, andere verlangen nach den komplexen dramaturgischen Möglichkeiten des Comic.
Genauso variiert meine Zeichensprache, mein Strich, gemäß dem Klang, nach dem eine Geschichte verlangt.
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