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THE FASHION OBSERVER
Das Magazin "Berliner Journalisten" beschäftigt sich in seiner nächsten Ausgabe mit Modeberichterstattung, ein Thema, für das ich eine persönliches Faible hege (im Gegensatz zu dem der letzten Nummer, Wirtschaftsjournalismus). Schließlich habe ich in frühen Teenagerjahren eine Ausbildung zur Design- und Modezeichnerin abgebrochen und ich träume seit Jahren von einer gezeichneten Serie diesen Namens.
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MINIREPORTAGEN
AUS DER GESELLSCHAFT
Im Japan gibt es die Tradition der Ukiyo-e, Genrebilder, auf denen das alltägliche Leben der Menschen dargestellt wird. Ukiyo heißt irdische, vergängliche Welt, während das dazugesetzte e für Bild steht, gemeinsam bedeutet es auch: Bilder der heiteren fliessenden Welt.
Die Minireportagen sind aus einer vergleichbaren Haltung entstanden. Sie zeigen Szenen aus dem Alltag, kleine pointierte Beobachtungen und belauschte Gespräche. Im Gegensatz zu den alten japanischen Ukiyo-e, die gerne auch Berühmtheiten aus den Theatern und Bordellen abbildeten, zeichne ich bevorzugt jene nicht ganz so Schönen und nicht ganz so Erfolgreichen, also die 99%, die tatsächlich unsere Gesellschaft bilden.
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WER BLEIBT
REPORTAGE AUS HALLE-NEUSTADT
Im Auftrag des Bauhaus Dessau;
Die Plattenbausiedlung Halle-Neustadt war ein ehemaliges Vorzeigeprojekt der Deutschen Demokratischen Republik, heute ist sie Spitzenreiter unter den schrumpfenden Städten Deutschlands.
Zu Wort kommen eine Rentnerin, ein ehemaliger Professor für Geschichte und Philosophie, heute PDS-Stadtrat, ein Mitarbeiter im Bundesarchiv für Stasiunterlagen und ein bedauernswerter kleiner Herren, der nach seiner Arbeit schließlich auch seinen Verstand verloren hat.
Während hier nur ein paar Beispielbilder anzusehen sind, kann man die gesamte Reportage ist als e-book bei electrocomics lesen. |
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ORTE
Man sitzt da, und schaut auf eine weisse Fläche. Nennen wir sie „die Toilettentür". Man schaut auf dieses glatte Weiß, und als wäre das Auge ein Mikroskop, erscheinen unzählige haarfeine Sprünge im Lack, bilden sich Muster. Je länger man hinsieht, desto vielfältiger fächert sich die Realität.
In der Zeichnung wird der Ort selbst zum Muster: Gehwegpflaster, Dächer, Fenster, Straßenlaternen... ein urbaner Ort steckt voller Ornamente. Das flüchtige lebendige Individuum bewegt sich innerhalb dieser Muster und bringt seine eigenen Rapporte mit. Er ist das dramatische Subjekt in der geordneten urbanen Flora.
Die Orte, durch die der Mensch sich bewegt, lassen ihn in seiner Bewegung nicht wie ein Chamäeleon erscheinen, sondern verzerren seine faktische Erscheinung. Die Authorität des urbanen Ortes bietet als Bühne zufälliger oder sich wiederholender Situationen Anlaß und Legitimation, nach der Geschichte der Protagonisten dieses Theaters zu fragen. Geschichten, die oft nur in einer Andeutung erzählt werden.
Die Serie von 80 Zeichnungen wurde gezeigt in Rahmen der Ausstellung "Tauchfahrten- Zeichnung als Reportage" im Kunstverein Hannover 2004 und in der Kunsthalle Düsseldorf 2005 sowie in der Galerie Mae/ Berlin 2005.
auch erschienen als Ringbuch 72 Seiten, 12x17 cm, bei popular books 2004
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